Instrumentierter Abfalleimer

Öffentliche Abfalleimer trennen häufig zwischen verschiedenen Arten von Abfall, etwa Restmüll, Plastik, Papier etc. Nutzer müssen jedes mal entscheiden in welchen Behälter sie ihren Müll werfen sollen, was bei einigen Objekten recht einfach ist, bei vielen aber auch zu Unsicherheiten führen kann. Mit dem am IRL entwickelten System sollen Nutzer auf spielerische Art lernen, Müll richtig zu trennen. Hierfür wurde ein instrumentierter Abfallbehälter und ein Spiel entwickelt, das Spieler in der Crowd zum Manager eines Entsorgungsbetriebes werden lässt. Wird nun von einem Nutzer in der realen Welt ein Objekt in einen der Abfalleimer geworfen, wird dies vom System erkannt, ein Foto des Objekts gemacht und dieses an die Spieler weitergeleitet. Diese sollen nun entscheiden, auf welche Art sie das Objekt entsorgen würden. Die Ergebnisse werden mit der Entscheidung des Nutzers in der realen Welt abgeglichen und bei richtiger Entsorgung entsprechend Punkte vergeben. Der Nutzer am Abfalleimer erhält ein Feedback, ob er seinen Müll richtig recycelt hat und wenn nicht, welche Auswirkungen seine falsche Entscheidung auf die Umwelt hat, etwa durch erhöhten CO2-Ausstoß. Dadurch soll nicht nur ein Lerneffekt bei Nutzer und Spielern für zukünftiges Entsorgen von Abfall erzeugt werden, das System soll auch ein Bewusstsein für die großen Mengen an anfallendem Abfall und die Bedeutung entsprechender Recyclingsysteme für die Umwelt schaffen.

Erste Tests in der Mensa der Universität des Saarlandes in Saarbrücken verliefen erfolgreich. Es stellte sich heraus, dass die Spieler, also die Crowd, deutlich weniger Fehler (1 von 10) bei der Entsorgung machen, als der einzelne Nutzer (1 von 4). Außerdem ließen sich erste Lerneffekte feststellen, die Nutzer wurden mit der Zeit besser und machten weniger Fehler.

Neben dem erzieherischen Effekt für die Nutzer und der Aufklärung über die Bedeutung der Recyclingsysteme zielt das System vor allem auf die Schonung natürlicher Ressourcen durch Müllvermeidung und höhere Recyclingquoten und stellt somit in der heutigen Zeit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zum Umweltschutz dar.  





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Dr. Gerrit Kahl
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